Osterhilfe für arme Familien in Syrien
Die Kriegshandlungen im Nahen Osten haben leider auch auf Syrien verheerende Auswirkungen. Die bereits vorher drückende Armut ist noch dramatischer geworden. Tausende Familien stehen abermals vor einer Hungersnot.
Das Osterfest ist nahe und lädt uns ein, diesen Menschen eine helfende Hand zu reichen.
Auch heuer möchte die Stiftung Korbgemeinschaft tausenden der ärmsten Familien in verschiedenen Pfarreien mit Nahrungspaketen (Eier, Hühnerfleisch, Reis, Öl, Zucker) Osterfreude bringen und Mitgefühl erweisen. Wir wollen gerne Pakete im Wert von 15-20 € schnüren. Wir hoffen auf großherzige Unterstützung.
Ein herzliches Vergelt's Gott für jeden Beitrag!
Spendenkonto: Korbgemeinschaft
IBAN: AT94 2011 1828 5755 6000
Zweck: Osterhilfe
Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.
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Tel. +43 664 889 82 999
Ostern
Liebe Freunde,
Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ich Euch/Ihnen über Syrien geschrieben habe. Ich habe ständig gehofft und darauf gewartet, endlich von erfreulicheren Entwicklungen berichten zu können. Leider kommen jedoch immer schlimmere Nachrichten. Die Lage in Syrien hat sich entgegen aller Hoffnungen und Erwartungen nicht verbessert. Das Leid der Bevölkerung nimmt immer weiter zu. Mit dem Ausbruch des Irankriegs sind die Aussichten noch trüber geworden und es ist zu befürchten, dass das Elend noch schlimmer wird. Die kürzlich erfolgten Angriffe von „unkontrollierten“ Bewaffneten in der christlichen Suqailabiya (nahe von Hama) haben die Angst der Christen vor dem Kommenden noch verstärkt.
Ich möchte hier nicht über die politische und wirtschaftliche Lage reden, denn diese erscheint mir verwirrend, widersprüchlich und heimtückisch. Niemand kennt die Wahrheit und es ist nicht zu durchblicken, was sich tatsächlich abspielt. Die Konsequenzen der Politik sind wie immer von der Bevölkerung und speziell von den Allerärmsten zu tragen. Auf die Politik kann man sich in Syrien nicht verlassen. Uns aber ist die humanitäre Lage wichtig und vor allem die Frage, was wir tun sollen und was wir tatsächlich tun können.
Wenn ich in Syrien bin, wird mir bewusst und es wird mir auch oft gesagt, dass die verarmten Menschen, die sich so sehr nach Frieden sehnen, nun vor der nächsten Hungersnot stehen. Hunderttausende Familien leben heute in Syrien entweder ganz ohne Einkommen oder jedenfalls ohne regelmäßige, geschweige denn ausreichende Bezüge. Selbst bei jenen, die einen Arbeitsplatz haben, wird das Gehalt nicht immer am Ende des Monats ausbezahlt und mitunter müssen sie mehrere Monate darauf warten. Was sie bekommen, reicht bei weitem nicht für das tägliche Leben. Der Strompreis ist um das 100fache angestiegen, von 6 auf 600 SYP pro Kilowattstunde. Ein durchschnittliches Monatsgehalt kann diese Kostensteigerungen unmöglich abdecken. Die medizinische Versorgung hat sich katastrophal verschlechtert. Sie ist auch in staatlichen Spitälern längst nicht mehr gratis, geschweige denn von verlässlicher Qualität. Was die Lage für alle so schlimm macht, ist das Fehlen von Arbeitsplätzen, obwohl es wahrlich genug zu tun gäbe. Die Wirtschaftssanktionen wurden zwar aufgehoben bzw. sind sie ausgelaufen, aber die wirtschaftliche Lage ist trotzdem schlechter geworden. Aufgrund der prekären Sicherheitslage, ist so gut wie niemand bereit, im Land zu investieren. Auch jene, die noch ein Geschäft betreiben, verdienen sehr wenig. Also lösen sie das Geschäft auf und versuchen, möglichst rasch ins Ausland auszuwandern. Dadurch, dass es kein funktionierendes Rechtssystem gibt und jeden Tag neue Vorschriften ohne parlamentarische Abstimmung aus dem Boden wachsen, sind viele Geschäftsleute verunsichert und nicht geneigt, im Land zu bleiben. Das wiederum bedeutet noch höhere Zahlen von Arbeitslosen. Durch den Irankrieg werden auch viele in den Golfstaaten arbeitende SyrerInnen, die bisher ihren Verwandten in Syrien geholfen haben, nach Hause zurückgeschickt werden. Niemand will aber nach Syrien zurückkehren, wo es kaum Arbeitsplätze gibt. Alles in allem kann ich nur feststellen, dass das Leben in Syrien zuletzt noch schwerer geworden ist. Das bestätigen auch viele unserer Projektpartner in Syrien, die uns ständig von dramatischen Sozialfällen erzählen. Die große Frage, die sich mir stellt, lautet: Was können wir tun?
In der Macht- und Wirtschaftspolitik können wir Christen kaum etwas bewirken. Die politischen Entscheidungen liegen nicht in unserer Hand. Eines aber liegt in unserer Hand: Der Einsatz für das Leben. Die ChristInnen suchen das Leben und zwar ein menschenwürdiges Leben in Frieden, Sicherheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Freude. Mein Glaube sagt mir: Das Heil der ChristInnen liegt vor allem in ihnen selbst, und zwar in ihrem Glauben. Darin liegt auch die Quelle des Heils für ihre Mitmenschen. Dieser Glaube wird in mir gestärkt durch den unbeirrbaren Betrieb der Bäckerei und zuletzt zusätzlich durch das Sozialmarkt-Projekt (SOMA) mit bereits zwei in Betrieb befindlichen SOMA-Verkaufsläden und zwei weiteren in Aussicht. Diese und viele weitere Projekte, die tatsächlich lebensrettend sind und gesellschaftlich sehr geschätzt werden, kommen durch viel Liebe und Engagement unserer Freunde und Förderer zustande.
In der Kirche reden wir nicht von Investitionen für Renditen, d.h. es geht nicht um Arbeit um des Kapitals willen, sondern wir arbeiten vielmehr für das Leben. Der Antrieb ist in diesen drei Tugenden verankert: Liebe, Glaube und Hoffnung. Die Stärke der Kirche liegt im Glauben. Mitten in dieser Not erweist sich das SOMA-Konzept als erfolgreich und entfaltet eine erstaunliche Wirkung. Die Menschen sind voll der Begeisterung: SpenderInnen, MitarbeiterInnen (im Verkauf und in der Lieferkette) und natürlich speziell die Begünstigten. Die Idee hinter dem SOMA-Konzept: Die besonders Armen können das Nötigste gratis bekommen dank der Erlöse aus fairen Verkäufen an Bessersituierte. Lebensmittel sind lebensnotwendig. In den Sozialmärkten sollen nach und nach auch jene Waren vertrieben werden, die durch örtliche landwirtschaftliche Projekte und kleine Familienbetriebe selbst produziert, verarbeitet und verfeinert werden können. Die Korbgemeinschaft versucht, solche Formen von sinnvollen Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, vor allem für Jugendliche und Frauen. Wir rechnen in der Anfangsphase natürlich mit Defiziten. Diese wollen wir bestmöglich von Seiten der Korbgemeinschaft abdecken. Die Menschen können in den SOMA-Läden selbst entscheiden, welche Güter des täglichen Bedarfs für ihre Familiensituation am sinnvollsten ist. Die SOMAs heben somit die Unterstützung auf eine neue Ebene der Menschenwürde im Sinne einer Unterstützung auf Augenhöhe, mit Selbstbestimmung. Die notleidenden Menschen erhoffen in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe, die Möglichkeit, von der Arbeit der eigenen Hände zu überleben.
Wir sehen viele Möglichkeiten, nach und nach Beschäftigung zu schaffen. Es gibt viele talentierte, kompetente und sehr fleißige Menschen, die viel leisten können, wenn man ihnen eine Form von Starthilfe zukommen lässt.
Unser Wunsch an die Freunde ist es, uns zu helfen, den Korb voll zu halten. Wir verlassen uns sehr auf die Liebe und das Mitgefühl unserer Freunde und UnterstützerInnen. Die Spenden aus dem Korb verleihen den engagierten Korbgemeinschaftsteams vor Ort viel Zuversicht und Mut, durchzuhalten und den bedürftigen Mitmenschen weiterhin Trost und Kraft zu schenken.
Wir ChristInnen glauben an die Auferstehung und an das Leben. Leben ohne Liebe, ohne Selbsthingabe, ohne Hoffnung und ohne Glauben hat keinen Bestand. Wenn wir große Not sehen, dann sind wir berufen, uns für das Leben einzusetzen. Letztlich ist alles Leben ein Geschenk von Gott. Wir sind nur Vermittler dieser Gnade.
Ich wünsche Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Fest der Auferstehung voller Freude, Gnade und Liebe.
P. Hanna Osterm 2026
Herzlichen Dank und ein frohes Osterfest!
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