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Fasten


Fasten bedeutet auf Überflüssiges zu verzichten, um zum Wesentlichen zu kommen.

Was ist mein Wesen als Mensch? Wer bin ich? Wem verdanke ich mich? Wer braucht mich?

Der Verzicht auf bestimmte Speisen, auf Vergnügungen oder Luxus ist nicht nur ein Training der Selbstbeherrschung. Man stellt nicht sich selbst in den Mittelpunkt, als ob man selbst eine besondere Leistung erbringt. Das Fasten hat ein geistliches Ziel.

Die religiösen Überlieferungen vergleichen das Fasten mit einer Wüstenerfahrung. In der Wüste ist es still und unwirtlich. Es gibt keine Menschenmassen, keine Veranstaltungen. Die Wüste zwingt zur Konzentration auf das Wichtige, die Erhaltung des eigenen Lebens. Die Wüste kann ein Zufluchtsort sein.

Elija wanderte vierzig Tage und vierzig Nächte durch die Wüste zum Berg Horeb. Das ist der Berg Sinai. Er war auf der Flucht vor der Rache der Königin Isebel von Israel.

Elija wanderte nicht ohne Ziel und nicht ohne Stärkung.

Ein Engel gab ihm etwas zu essen: „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.“ (1 Kön 19,7) Gestärkt mit Brot, das in glühender Asche gebacken worden war, und mit Wasser aus einem Krug machte er sich auf den Weg. Am Berg Sinai erreichte er sein Ziel. Dort hatte er eine Gotteserfahrung. In der Stille, auf der Höhe, weit weg von der Welt der Menschen erfährt er sich als Mensch, der ganz auf Gott hin bezogen ist. Er spürt und begreift die Nähe Gottes. Elija erfährt Gott und gleichzeitig seinen Auftrag für die Menschen zu wirken.

Fasten bringt uns dem Wesen des eigenen Lebens näher. Es kann viele Formen haben, weil das Leben von uns Menschen vielfältig und unterschiedlich ist. Jesus Christus fasst es auf drei Prinzipien zusammen: Beten, Fasten und Werke der Nächstenliebe. Das eine ohne das andere entbehrt Wesentliches. Gott, der Nächste und ich selbst finden im Fasten zusammen. Das Fasten baut auf, auch wenn es Verzicht bedeutet. Das Fasten wird zu einem Geschenk, weil es den Sinn des eigenen Lebens offenlegt.

Wir spüren das Erbarmen Gottes, dass Er uns schenkt. So wie Elija zum Berg Sinai ging, so gehen wir auf Ostern zu. Von der Freude über die Auferstehung kommt die Kraft, das Brot und das Wasser des Elija, das ihm der Engel mitgibt.

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