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Eine Klammer über das ganze Evangelium


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Gedanken aus der Predigt

Wir sind es gewohnt, die Evangelien in Abschnitten zu hören. Dabei sagen wir „das Evangelium“. Was bedeutet das? Ist es ein Buch? Sind es mehrere Bücher? Wer sind die Autoren? Wann wurden sie geschrieben?

Das Evangelium ist die Frohe Botschaft Christi. Sie ist von vier Autoren bezeugt. Darüber hinaus schreiben noch andere über Christus wie Paulus, Petrus, Johannes in ihren Briefen. Die vier Autoren, die wir Evangelisten nennen, sind Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. In diesem Kirchenjahr hören wir an den Sonntagen Stellen aus dem Matthäusevanglium und an besonderen Festtagen aus dem Johannesevangelium. Beide berichten über die Worte und das Wirken Jesu aus ihrer eigenen Perspektive. Das macht es besonders interessant, weil wir daraus auf ihre Leser und auf sie selbst schließen können. Die Evangelien sind nicht einfach nur Auflistungen von Aussagen und Taten Jesu. Die Autoren haben die Ereignisse so zusammengestellt, dass es eigene literarische Kunstwerke wurden, immer bedacht auf die Authentizität, auf ein ehrliches Wiedergeben der Botschaft Christi.

Matthäus war Zöllner von Beruf. Er beschreibt selbst seine eigentliche Berufung, dass Jesus ihn bei seiner Tätigkeit aufsuchte und in seine Nachfolge rief. Das ist nichts Nebensächliches, sondern hat sein Leben grundlegend geändert. Er wurde Apostel und Evangelist. Er war in unmittelbarer Nähe zu Christus. Aus seinen Texten können wir erkennen, dass er besonders seine jüdischen Glaubensbrüder anschrieb. Denn er verwendet viele Zitate aus dem Alten Testament, die sie sehr gut kannten. Er zeigte ihnen ihre persönliche Berufung, Christus nachzufolgen. Gleichzeitig öffnete er ihnen die Augen dafür, dass Gott für alle Völker Mensch geworden ist, so wie es schon die Propheten angekündigt hatten. Durch die Menschwerdung zeigt Gott seine unmittelbare Nähe zu uns Menschen. Kunstvoll drückt Matthäus diese wesentliche Klammer in der Botschaft Christi aus. Sie hält alles zusammen, deshalb nimmt er am Anfang und am Ende des Evangeliums darauf Bezug. 

Zuerst wird der Traum des Josef geschildert, der sich auf das Buch Jesaja bezieht. Josef wollte zuerst seine Verlobte Maria verlassen, weil er den Eindruck hatte, dass sie den Verlobungsvertrag gebrochen hatte. Wie konnte sie schon schwanger sein, da sie noch nicht zusammengekommen waren? Der Engel im Traum motiviert Josef dazu, sie als seine Frau anzunehmen. Denn „das Kind ... ist vom Heiligen Geist“ (Mt 1,20). Mehr noch: „Sie werden ihm den Namen Immanuel geben.“ (Mt 1,23) Man wird ihn so nennen, wie es schon ein Prophet angekündigt hat. Jedem Juden musste diese Stelle bekannt vorkommen: Immanuel hieß der verheißene Sohn, das Zeichen für das Volk Israel. Sie waren durch die Aramäer und die Bewohner des Nordreichs Israel bedroht. Ganz Jerusalem zitterte vor den Feinden. Aber der König Ahas lehnt ein Zeichen Gottes ab. So antwortete der Prophet Jesaja, dass Gott von sich aus ein Zeichen geben werde. Die Menschwerdung ist das Zeichen, das Er von sich aus gibt. Niemand hätte Ihn dazu veranlassen oder zwingen können. Gnade ist immer ein Geschenk. Wie heißt dieser Sohn der „Jungfrau“, so die griechische Übersetzung, oder der „jungen Frau“, so der hebräische Bibeltext? Sein Name ist Immanuel, Gott mit uns. 

Das schwingt mit, wenn man den Anfang des Matthäusevangeliums liest. 

Am Ende des Buches, kurz vor der Himmelfahrt, tröstet und ermutigt Jesus Christus Seine Jünger: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. 

So hält die Gegenwart Gottes alles zusammen. Sie ist das Thema des ganzen Evangeliums, die Klammer im Text des Buches. Gott in der Krippe – das ist das fleischgewordene Bild dieser Weisheit. Hier, im täglichen, einfachen Leben ist Gott mit uns und bei uns. Amen.

(4. Adventsonntag Lesejahr A 2025)

Bild: Traum des Josef, Kathedrale in Monreal, Sizilien

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