"Das eigene Innere kennen"


Zum Annakirtag in Hagenbrunn wurde am 26.7.26 das neue Lastfahrzeug der Feuerwehr Hagenbrunn gesegnet. Es war aus Eigenmitteln der Feuerwehr finanziert worden, wie Bürgermeister Michael Oberschil in der Festansprache lobend erwähnte. Der im Jänner neu gewählte Kommandant Brandrat Richard Thoman und sein Stellvertreter Clemens Hofer zeichneten gemeinsam mit Bezirkskommandant Manfred Kreitmayer mehrere Kameraden für ihre Verdienste aus. Ehrenbrandrat Karl Böhm wurde der goldene Ehrenring der Freiwilligen Feuerwehr verliehen. Er hatte die Feuerwehr Hagenbrunn seit 1997 als Kommandant geleitet. Die Auszeichnungen finanzieren die Kameraden füreinander. In der Hl. Messe und im Anschluss bei der Kranzniederlegung wurde der verstorbenen Feuerwehrkameraden gedacht - mit der Bitte um Gottes Segen für alle Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen.

Fotos: FF Hagenbrunn/BFKDO Korneuburg

Gedanken aus der Predigt

Was ist der Himmel? Gibt es den Himmel?

Jesus beantwortet diese Fragen in Gleichnissen. Es ist keine philosophische Erörterung, sondern es sind Bilder aus dem Alltag. Der Landarbeiter und der Kaufmann finden etwas unglaublich Kostbares. Sie sind bereit, alles dafür zu geben. Sie verkaufen alles, was sie besitzen, um diesen Schatz zu erwerben. Der Landarbeiter findet den Schatz bei der Arbeit auf dem Feld. Er sucht nicht speziell danach. Der Schatz ist verborgen, so dass er ihn ganz zufällig entdeckt. Der Himmel ist genauso ein Schatz, sagt Jesus. Er ist verborgen, du kannst ihn im Alltag entdecken. Man merkt in dem Gleichnis die Freude des einfachen Arbeiters, als er diesen Schatz entdeckt. Offenbar hat er sich schon lange danach gesehnt, jetzt ist ihm dieses Glück zuteilgeworden. So geht es auch dem Kaufmann, der den Wert der Perle sofort erkennt. Er wollte schon immer eine so wertvolle Perle, dass er sein ganzes Vermögen dafür aufwendet. Der Kaufmann hat Sachkenntnis. Er erkennt sofort den Wert der Perle. Beide sagen nicht gleich weiter, was sie gefunden haben. Sie wollen es erst erwerben, um es ganz zu besitzen. 

Der Himmel ist die Gegenwart Gottes, die Freundschaft mit Gott. Diese Gegenwart Gottes ist verborgen in uns. Sie ist kostbarer als alles Andere. Jeder kann sie im Alltag entdecken. Aber man muss sie erkennen können. Wer sich damit beschäftigt, wird sie entdecken. Es braucht Geduld, Aufmerksamkeit und Fachkenntnis – wie beim Landarbeiter und Kaufmann. 

So können wir leicht einen Bogen zum heutigen Patrozinium spannen. Anna und Joachim warteten lange auf die Geburt ihrer Tochter Maria. Sie erzwangen nichts, legten ihre Hoffnung auf Gott, der ihnen diesen sehnlichen Wunsch erfüllte. Sie spürten Seine Gegenwart und nahmen das Leben so an, wie Er es ihnen auftrug. 

Es ist schön, dass gerade heute zum Annatag die Feuerwehr zu ihrem Fest einlädt, das unser gemeinsames Fest wird. Die Segnung des wertvollen Feuerwehrautos ist ein besonderer Moment, weil es nicht nur ein Werkzeug ist, sondern ein Zeichen des Einsatzes vieler Männer und Frauen für den Nächsten. Jedes Feuerwehrauto hat ein wertvolles Inneres, das die Kameraden gut kennen müssen, um damit umzugehen. Es ist wie unser eigenes Inneres: Es braucht eine Pflege, eine Ordnung und ein Ziel. Wer seine Seele so behandelt, dem wird sie erblühen. Wir brauchen für unser eigenes inneres Leben Geduld, Aufmerksamkeit und Kenntnis. Das ist der Sinn der Religion, das ist der Zweck des Christentums: den Schatz im Inneren zu heben, Gott zu erkennen, mit Ihm zu leben und wirken. Amen.