Schottenpfarren

Startseite » > Klein-Engersdorf » 



Kirchliche Syrienhilfe


Rundbrief

Liebe Freunde und Wohltäter! 

Nach meinem letzten Syrienbesuch ist es mir ein Anliegen, Euch/Ihnen diesen Brief zu senden, in dem ich meine Eindrücke von den diversen Treffen und Gesprächen schildere. 

Ich bin nach wie vor optimistisch. Die Situation ist leider noch immer nicht wie erwünscht. Vor allem gibt es nach wie vor extrem hohe Arbeitslosigkeit und daraus resultierende Armut. Die Wirtschaft liegt danieder, obwohl die Sanktionen angeblich aufgehoben wurden. Die Situation zu beschreiben ist sehr kompliziert. Aber für mich ist vor allem wichtig, dass die Pläne und Projekte der Korbgemeinschaft dank Eurer/Ihrer Hilfe und des Segens Gottes gut, jetzt sogar besser vorankommen. 

Wir verlassen uns auf Eure/Ihre liebevolle Unterstützung, damit der „Korb“ unserer Stiftung nicht leer wird und immer wieder viel Gutes in Syrien bewirkt. 

Ein herzliches Dankeschön für Eure/Ihre Hilfe und Gottes Segen,

Euer/Ihr P. Hanna Ghoneim

Brief an die Wohltäter

Liebe Freunde und Wohltäter der Korbgemeinschaft,
nach längerer Zeit war ich vom 6.-18. Oktober wieder in meiner Heimat Syrien. Ich wollte mir persönlich ein aktuelles Bild der Lage machen, aber vor allem ist es mir bei jedem Besuch wichtig, den Fortgang laufender Projekte zu begutachten und gemeinsam mit Projektpartnern zu sehen, wo Pläne angepasst oder nachgebessert werden müssen. 
Insgesamt waren meine Eindrücke dieses Mal besser als erwartet. Das heißt nicht, dass die Lage gut geworden ist. Wir sind leider noch sehr weit davon entfernt. Die humanitäre Lage ist nach wie vor bedrückend. Die Wirtschaft benötigt noch sehr viel Wiederaufbauarbeit, um Arbeitsplätze zu schaffen. Allerdings ist die Lage (relativ gesehen) zuletzt zumindest etwas besser geworden. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Sturz der alten Regierung gibt es z.B. derzeit Strom für längere Phasen und auch regelmäßiger. Bedauerlicherweise wurde allerdings der Strompreis vor wenigen Tagen um das 10fache erhöht. Das trifft viele arme Familien sehr hart. Die politische Lage ist nach wie vor unklar und instabil, Vieles ist schwer einzuordnen. Die Situation im Nordosten und im Süden des Landes ist noch immer in jeder Hinsicht angespannt und mancherorts katastrophal (kein Strom, kein Wasser, keine Medikamente, kein Internet…). Bisher sind leider noch keine Lösungen in Sicht. Vielleicht werde ich dazu noch separat berichten.
Das Allerwichtigste für mich ist jedenfalls, zu spüren, dass sich das Klima für die Werte und Projekte der Korbgemeinschaft verbessert hat. Die neue Regierung fördert zwar unsere Arbeit nicht direkt, aber wir werden in unserem Tun für das Wohl der Gesellschaft bisher auch nicht beeinträchtigt. Die bürokratische Last ist leichter geworden, auch aufgrund der Reduzierung des Beamtenstabs. Früher mussten wir für jedes Projekt viele Anträge stellen, Bewilligungen einholen, etc. Das war oft sehr mühsam und zeitaufwendig. So konnten wir den robusten Allrad-Brotbus, den wir als großartige Zuwendung von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Passau bekommen haben, einige Jahre lang nicht einführen. Jetzt ist die Bus-Einfuhr endlich gelungen, und die Gebühren waren durchaus überschaubar. Auch die Auflagen und Vorgaben für den Betrieb der „Bäckerei der Gnade“ sind nun realitätsnäher und weniger restriktiv. Diesbezüglich merken wir eine konstruktivere Zusammenarbeit mit der Regierung. 

Die Hilfe, die den Ärmsten gewährt wird, erhält nun mehr Anerkennung. Wann immer Probleme auftreten, können wir diese ansprechen und erhalten Genehmigungen für notwendige Maßnahmen, wie etwa die Errichtung des zusätzlichen Brunnens zur durchgehenden Wasserversorgung für den Bäckereibetrieb. Die Korruption wird allerdings nicht aufhören, solange es bittere Armut gibt.
Auch für die Renovierung von Schulen werden problemlos Genehmigungen ausgestellt. Die Zollabfertigungen für unsere humanitären Hilfsgüter-Container sind ebenfalls rascher und unkomplizierter geworden. Kurzum, kann man sagen, die Tür ist derzeit geöffnet für viele mildtätige Projekte der Korbgemeinschaft.

Wir konnten in letzter Zeit einige Aktivitäten gut voranbringen: zwei desolate Schulen und ein Kindergarten in Sadad (nahe Homs) wurden renoviert, in Hauran wurde mit unserer Unterstützung eine dringend benötige Wasserpumpe installiert. Bei der Wasserpumpe allein blieb es dann nicht, denn es waren zusätzlich noch ein Rundum-Schutzkäfig aus Metall und eine unter der Erde verlegte Leitung notwendig. Nach 6 Monaten Leben ohne verlässliche Trinkwasserversorgung kam für die Menschen unsere Hilfe wie ein Rettungsanker. Die Anfragen bei anderen Hilfswerken waren allesamt erfolglos gewesen. Zumeist gestaltet sich das Prozedere so aufwendig und langwierig, dass die Antragsteller den Mut verlieren. Wir als Korbgemeinschaft schauen in erster Linie auf die Not und wir versuchen, möglichst unbürokratisch und rasch zu helfen. Natürlich sind auch wir unseren Spenderinnen und Spendern zur gewissenhaften und lückenlosen Abrechnung der Projektausgaben verpflichtet. Aber wir erwarten nicht, dass Menschen in Not plötzlich Fremdsprachen auf einem Niveau beherrschen, wie dies zum Verständnis und zur Abwicklung für internationale Hilfsanträge notwendig ist. Oft sind nicht einmal die zur Bearbeitung  benötigten Ressourcen wie PC, Scanner, Drucker und nicht einmal Papier vorhanden. Wir bemühen uns, dort und in der Weise zu helfen, wie es nötig und sinnvoll ist. 
So manche Bitte um Hilfe übersteigt jedoch unsere finanziellen Möglichkeiten, daher setzen wir alles daran, gute Partnerschaften bzw. Kooperationen mit anderen Hilfswerken aufzubauen. 
Wie bei jedem Besuch, wurden auch dieses Mal viele neue Anliegen und Bitten um Aufbauhilfe an mich herangetragen. Die Menschen brauchen vor allem Jobs, um sich und ihre Familien ernähren zu können. Sie sind bereit, dafür auch hart zu arbeiten. Für mich ist es aus christlich-sozialer Sicht ein besonderes Anliegen, bei der Hilfe die Würde der Menschen zu wahren, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Es ist uns als Korbgemeinschaft auch wichtig, bei der Mitwirkung zur Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten darauf zu achten, dass es sich um möglichst sinnvolle und nachhaltige Projekte handelt. Auf lange Sicht macht „Hilfe zur Selbsthilfe“ am meisten Sinn. Wenn sich Pilotprojekte wie die geplanten Sozialmärkte (SOMAs) nach einer unterstützten Startphase später allmählich von selbst tragen und die Menschen mit guten, leistbaren, möglichst frischen und regionalen Produkten versorgen, dann sollte sich daraus schrittweise ein sozialer Aufschwung ergeben. Es sind kleine Schritte, die aufgrund der begrenzten Mittel noch örtlich beschränkt sind, aber es ist wichtig, mit solchen Pilotprojekten Mut zu machen und den Menschen Zuversicht zu geben, im Heimatland überleben zu können. Über jedes Pilotprojekt werde ich zu gegebener Zeit informieren. 

Für mich steht die gelebte christliche Nächstenliebe an oberster Stelle. Genau das habe ich auch beim großen Treffen der örtlichen Helferinnen- und Helfer-Teams sehr stark gespürt. Der Geist des Treffens war einfühlsam, stärkend, erbauend, wohltuend. Die jungen Menschen bekommen mehr Zuversicht, wenn sie die Unterstützung durch uns spüren. Sie sind zu jeder tatkräftigen Mitwirkung an Projekten bereit und sie erzählen stolz davon, wie viel Freude es bereitet, Gutes zu bewirken. Wenn sie z.B. bitter benötige Hilfe zu Witwen und Alleinerziehenden bringen, dann spüren unsere örtlichen Helfer, welch große Erleichterung durch die Zuwendung ausgelöst wird. Ebenso bei der Überbringung von Hilfe für Schulgelder und Schulmaterial an Familien in großer finanzieller Not. Unsere Helferteams erkennen auch sehr gut, dass Hilfe für Kinder und für Bildung einen wichtigen Beitrag zum Frieden darstellt. Syrien benötigt Frieden und ein gutes gesellschaftliches Miteinander, getragen von Respekt und Toleranz, damit der von allen herbeigesehnte Wiederaufbau gelingen kann. 
Bei diesem großen Gruppentreffen wurde ich gebeten, die geistliche Einkehr, die ein fester Bestandteil dieser jährlichen Treffen zum Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppen ist, zu gestalten. Das Thema des Treffens war: „Mit Christus sein“. Die Präsenz Christi war tatsächlich stark spürbar. Die Verankerung im Prinzip der Nächstenliebe, der barmherzigen Hinwendung speziell an die ärmsten Mitmenschen, ist immens wichtig, damit die Kraft und Zuversicht der Helfenden nicht versiegt.  

An dem Treffen vom 9. bis 12. Oktober konnten nicht alle, aber doch einige Teammitglieder der 10 örtlichen Gruppen teilnehmen. Auch eine Ordensschwester, die ein Altenheim leitet und zuletzt immer wieder hart an die Grenzen der physischen, psychischen und finanziellen Machbarkeit stößt, hat sich dem Gruppenaustausch angeschlossen. Diese Stärkung durch Solidarität, durch gemeinsame Reflexion, durch den festen Glauben an das Gute im Menschen, an Gottes Barmherzigkeit und Hilfe durch die Hände von wohltätigen Spender, ist unverzichtbar.
Natürlich fehlt es aufgrund der darnieder liegenden Wirtschaft an vielen Dienstleistungen, die wir hier in Europa als selbstverständlich betrachten. Viele Menschen haben z.B. kein Geld, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Krankheitssymptome auftreten. Sie schleppen sich erst dann zum Arzt, wenn die Schmerzen unerträglich werden. Leider sind dann die Behandlungen zur Abhilfe viel langwieriger und auch kostspielig.
Ähnlich zu den SOMAs, wäre unsere Überlegung, auch ein ärztliches Pilotprojekt als Wiederaufbauhilfe in Form von Hilfe zur Selbsthilfe zu starten. Wenn man eine Arztklinik, an der eine Reihe von Ärztinnen und Ärzten mitwirken könnte, einrichtet und mit Geräten ausstattet (Röntgen, Ultraschall, zahnärztliche Instrumente, Instrumente für kleine operative Eingriffe, die nicht an einem Spital stattfinden müssen), könnte man wertvolle Hilfe zur Gesundheitsvorsorge leisten. Analog zu den SOMAs sollten jene Patienten, die über ein entsprechendes Einkommen verfügen, für die ärztlichen Leistungen nach ihren Möglichkeiten zahlen, während gleichzeitig die Allerschwächsten in der Gesellschaft, die nichts bezahlen können, auch nicht abgewiesen werden. In christlicher Solidarität sollten jene, denen es besser geht, die Schwächeren „mittragen“, bis sie wieder auf die Beine kommen.  
Trotz der allmählichen Verbesserungen habe ich doch in vielen Begegnungen die Angst der Menschen vor einer ungewissen Zukunft gespürt. Die Tendenz, abzuwandern, ist nicht kleiner geworden, sondern ganz im Gegenteil – besonders unter den jungen Familien – sehr stark. Nach wie vor sind viel zu viele Menschen arbeitslos und finden keine Anstellungen, sogar gut ausgebildete Menschen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Techniker usw. Die Lust aufs Unternehmertum ist zwar vorhanden, die Menschen sind auch durchaus bereit, hart zu arbeiten, aber die Angst vor dem Risiko ist groß. Angeblich wollte der Westen nach dem Regierungssturz im Dezember des Vorjahres das Embargo aufheben, aber konkrete Schritte sind immer noch nicht sichtbar und vor allem spürt man kaum etwas von den Folgen der propagierten Aufhebung. Die Arbeitslosenrate ist nach wie vor viel zu hoch, die syrische Währung ist nach wie vor schwach.  Zuletzt war zu hören, dass bald neue Banknoten kommen werden. 
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich den Eindruck gewann, dass sich die Dinge langsam aber doch in die richtige Richtung bewegen. Wenn viele Menschen Gutes tun und das Gute befürworten und unterstützen, dann wird die Lage im Land nach und nach besser werden und die Menschen werden sich weniger dazu veranlasst sehen, die Heimat zu verlassen. 
Dank der eifrigen Vorbereitungsarbeiten ist die Eröffnung der beiden ersten SOMA-Verkaufsläden im Tal der Christen (in Safita und in Mashta-Azar) und eines dritten Ladens erfreulicherweise schon absehbar. Im neuen Jahr hoffen wir, noch einen vierten Laden eröffnen zu können. Da ich bei meinem letzten Besuch in Syrien bei weitem nicht alles erledigen konnte, was ich mir vorgenommen hatte, plane ich für Ende November / Anfang Dezember nochmals einen ca. 10-tägigen Besuch. Eventuell werde ich auch die Gelegenheit haben, an der großen Messe des neuen Papstes, Leo IVX, im Libanon persönlich teilzunehmen. Es wäre mir eine große Freude, bei diesem kommenden Syrienbesuch die ersten SOMA-Läden bereits feierlich einzuweihen und ihrem christlich-sozialen Einsatz zu übergeben.  
Die Not in Syrien ist sehr groß und akut. Es gibt daher viel zu tun, um die Not zu lindern und zugleich ein neues Leben zu schaffen. In allen Bereichen gibt es ein riesiges Arbeitskräftepotential. Man braucht dafür allerdings Mittel, Materialien, Ideen, Instrumente u.Ä., um dieses Potential zu nutzen. Es ist schade, dass viele Fachkräfte auswandern, während sie in Syrien gebraucht werden. Angesichts dieser großen Not sind alle Christen überall eingeladen und aufgerufen, um des Friedens und der Gerechtigkeit willen, zum Zweck des Wiederaufbaus tätig zu werden.
Die Korbgemeinschaft kann natürlich immer nur dann Hilfe vermitteln, wenn Ihr/Sie uns helfen, dass der Korb der barmherzigen Zuwendungen nicht leer wird. 
Mit einem herzlichen Vergelt’s Gott für jede Hilfe, für jedes Gebet und für jeden Ratschlag verbleibe ich
in lieber Verbundenheit
Euer/Ihr P. Hanna Ghoneim
Wien, am  6. November 2025
 

 

Seite drucken

www.pfarre-klein-engersdorf.at

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters

https://gebetsapostolat.at

 

Ankündigungen aller Pfarren

24.12.Krippenandacht
31.12.Jahresschlussandacht
4.1.Sternsingen
11.1.Vorstellung der Firmkandidaten
17.1.Anbetung
23.1.Bibelrunde

@GlorificeturDeus

Lade Daten ...
Lade Daten ...

Beichten

Stammersdorf: Jeden Freitag 18.00 (Pfarrer Georg Papp)

Enzersfeld: Jeden Samstag nach der Abendmesse (P. Sebastian)

Wer hat heute Namenstag?

heilige.de
heiligenlexikon.de