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24.07.2022

Beten als Sinnquelle: Annafest in Hagenbrunn


Junge Gläubige im Gespräch

Die Hagenbrunner Blasmusik

Frühschoppen der Feuerwehr

Ehre der toten Kameraden

Die Freiwillige Feuerwehr Hagenbrunn bereitete mit der Blasmusik Hagenbrunn und der Marktgemeinde vielen Gästen ein besonderes Fest: das Patrozinium der Kapelle von Flandorf "Hl. Anna".

Beten bedeutet, sich in die Tiefe Gottes hineinziehen lassen. Heute in der Früh brachte der ORF das Portrait eines Wieners, der in den USA Benediktinermönch wurde: Br. David Steindl-Rast OSB. Er wurde 1926 geboren und lebt heute am Wolfgangsee im Kloster Gut Aich. Sein Leben ist geprägt vom Hinhören

Er sagt, dass das Beten mit dem Stillstehen und Hinhorchen beginnt: „Stop Look Go“ nannte er diese Art zu beten. Zuerst soll der Mensch, der beten will, still werden, dann Hinschauen, Hinhören, was ihn umgibt. Br. David erzählt von der Erfahrung des Krieges, der seine Jugend geprägt hat. Viele seiner Freunde fielen, bevor sie 20 Jahre alt wurden. Für Br. David und seine Umgebung war jeder Tag des Lebens ein Geschenk. Seine Mutter und seine Großmutter führten ihn zu einem tiefen, unerschütterlichen Urvertrauen. Für ihn wurde Beten zur Spiritualität der Dankbarkeit. So sieht er die religiösen Traditionen vieler Völker. Er wurde vom Vatikan mit dem Dialog zwischen den Religionen beauftragt, der im Mönchtum verwurzelt ist. „Gratefullness. The heart of prayer“ nannte er 1984 sein erstes Buch, dem Bestseller folgten. Diesen Sommer wird er mit dem Preis der Salzburger Hochschulwochen ausgezeichnet, den heuer das Schottenstift finanziert. Abt Nikolaus wird bei seiner Verleihung an Bruder David sein.

Bruder David legt ein interessantes Bild vor: Beten heißt von der Sinnquelle trinken. Die Religionen sieht er wie Brunnen zu einem riesigen Wasserreservoir, dem Lebenssinn. Das Gebet, das Jesus Christus seinen Jüngern auf ihr Bitten hin gibt, drückt es aus: Wir wenden uns an den Vater. Das bedeutet, dass wir mit Ihm verwandt sind. Wir sind Ihm verbunden, wir kennen ihn, bevor wir uns selbst kennen gelernt haben. „Vater unser im Himmel“ ist genau der Ausdruck des Urvertrauens, das Bruder David in seiner Kindheit und Jugend gelernt hat. Heute am Sonntag verdichtet sich die Atmosphäre des Gebetes. Wir sind in der Heiligen Messe mit unserem Vater im Himmel verbunden, den Jesus wie ein Kind „Abba“, „Papa“ nennt. Diese Unmittelbarkeit zeichnet Gott aus. Wir dürfen Ihn ansprechen – ohne Übersetzer, ohne Wächter, ohne Beobachter. Gott wird selbst zum Mittler, indem er Mensch wurde: Jesus Christus. Deshalb gab Jesus den Seinen das Wertvollste mit, das Vertrauen auf ihren Vater im Himmel.

Amen.

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