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25.09.2021

"Richte Dich am Herrn aus. Er ist der Hirte" - die Abtbenediktion


An seinem Namenstag, dem Gedenktag des Hl. Nikolaus von Flüe, dem 25. 9. 2021, empfing Abt Nikolaus Poch OSB die Benediktion durch Christoph Kardinal Schönborn, den Erzbischof von Wien. Das Amt des Abtes hatte P. Nikolaus schon am 22. März von Abt Johannes Jung OSB übernommen, am Fest des Hl. Benedikt von Nursia (das wegen des Sonntags auf den Montag verschoben worden war). Abtpräses Johannes Perkmann OSB hatte ihm das Amt (Predigt siehe unten) übertragen.

Die Benediktion ist der kirchliche Segen durch den Ortsbischof, während dessen die Insignien Stab, Mitra und Ring übergeben werden.

Kardinal Schönborn entfaltete in seiner Predigt das Bild des guten Hirten nach der Regel des heiligen Benedikt. Gott ist der eigentliche Hirte seiner Herde, weil die beauftragten Hirten versagt hatten und die Schafe verkommen waren (Lesung aus Ezechiel). Gerade wenn wir Menschen unsere Grenzen sehen, zeigt sich, dass Christus allein alles heilen kann. "Richte Dich am Herrn aus. Er ist der Hirte", ermutigte er Abt Nikolaus, seinen Dienst im Auftrag Christi zu verstehen. Er solle mehr hören als reden, barmherzig sein, aber auch klare Worte finden. Der Erzbischof richtete seinen Blick auf die Aufgabenbereiche des Klosters, besonders die Tätigkeit der Mönche im Schottengymnasium und nannte den Unterricht ein Werk der Nächstenliebe, weil die jungen Leute dadurch ins Leben begleitet würden.

Abt Nikolaus bedankte sich bei allen, die zur Vorbereitung der Benediktion beigetragen und mitgefeiert hatten. Besonders hob er das vorbildliche Wirken des Erzbischofs als Hirt der Erzdiözese hervor. Abt Nikolaus ermutigte die Mönche des Schottenstifts, ihn im Hirtenamt durch ihre Zusammenarbeit zu unterstützen. 

Über 300 Gäste waren gekommen, die wegen der Coronabestimmungen eine persönliche Einladung vorweisen mussten. Mehrere Äbte und Vertreter anderer Orden feierten mit. Die Liturgie wurde über LAN in den Prälatensaal, in die Johanneskapelle und in den Schotten-Pfarrsaal übertragen. Im Anschluss waren alle zur Agape eingeladen, wobei die Pächter der Betriebe des Schottenstifts Diglas Café im Schottenstift, Zattl Schottenkeller und Reith Schottenheuriger in Maria Enzersdorf das Buffet im Refektorium ausrichteten. Die Gäste konnten im Schulhof und den Aulahöfen sitzen und ihr Essen genießen.

Kurzfilm "Aus dem Leben eines Schottenmönchs" - mit Abt Nikolaus, der von seiner Berufungserfahrung erzählt

Fotobericht der Schottenabtei


Predigt von Abtpräses Johannes Perkmann OSB zur Amtseinführung von Abt Nikolaus Poch OSB am 22.3.2021

Amtseinführung Abt Nikolaus Poch, Schottenabtei, 22.3. 2021

Lieber Abt Nikolaus! Lieber Abt emeritus Johannes! Liebe Mitbrüder und Festgäste!
(Familie, Schüler und Lehrende, Freunde)
 
Bei einem Wirtschaftsseminar in unserem Exerzitienhaus fragte ich einen der Teilnehmer, wieso solche Kurse jetzt so gern im Kloster stattfinden würden. Er antwortete: „Wenn eine Firma wie die eure tausend Jahre alt ist, dann wird sie wohl etwas richtig gemacht haben - und das möchte ich mir abschauen!“ 
Für den hl. Benedikt, an dessen Festtag wir deine Amtseinführung feiern, läuft es dann richtig, wenn wir uns zuallererst am Wort Gottes ausrichten, aus ihm schöpfen und es wirksam werden lassen. Vom Abt schreibt Benedikt ja, dass er aus dem Schatz des göttlichen Gesetzes Neues und Altes hervorholen kann (RB 64,9). Das wenden wir gleich auch für die heutigen Festlesungen an, die diesen Tag begleiten und deuten.

In der ersten Lesung wird Abraham beschrieben, der die große Zusage von Gott bekommt, ein Segen zu sein. Und Abraham ist ein Segen geworden, Stammväter von Völkern und Religionen, weil er diesen Schutz, diese Begleitung und den Auftrag Gottes mit auf den Weg bekommen und darauf vertraut hat. Er war mutig genug aufzubrechen und Neues zu wagen, er hat Glauben gelernt und Hingabebereitschaft. Der empfangene Segen wirkt weiter in einer langen Reihe von Menschen, die diesem Glauben folgten und selber zum Segen wurden.
Benedikt, unserer Ordensvater, ist einer davon, er ist dem Namen und dem Wesen nach ein Gesegneter, ein Benedictus, der aus dem guten Wort gelebt und es an Generationen von Mönchen, Schülern und Gästen weitergeben hat und gibt.
Benedikt hat die Welt nicht neu erfunden, aber er hat Strukturen gebildet, dass das Wort Gottes gelebt werden kann und im praktischen Leben einer Gemeinschaft wirksam wird. Er hat dafür Haltungen definiert und Ämter geschaffen. Seinem Cellerar gibt er eine Haltung mit auf den Weg, was für alle Obere gelten kann: Kann er einem Bruder nichts geben, dann schenke er ihm wenigstens ein gutes Wort. RB 31,13
Abt Johannes, das gute Wort steht in deinem Wahlspruch, und ich danke dir für die guten Worte, die du weitergegeben hast, in der Leitung deiner Gemeinschaft, in der sorgfältigen Gestaltung der Liturgie und in deinen Aufgaben. Was du hier in deiner Zeit als Prior, Administrator und Abt (knapp 30 Jahre) alles getan hast, das wissen deine Mitbrüder, die Lehrenden und Lernenden in der Schule und die ganze Schottenfamilie.
Für die Kongregation danke ich dir von Herzen für deine aktive Rolle in der Äbtekonferenz und in der Monast. Kommission, für die aufmerksame Verwaltung unseres Entwicklungshilfefonds und für die Leitung des Wirtschaftsrates. Vergelts Gott dafür! Möge dir das gute Wort nie ausgehen, das dich trägt und das du weitergibst!
Dir, Abt Nikolaus, wünsche ich Fähigkeit aus dem guten Wort Gottes zu leben, und mit den Worten der Lesung gesagt, ein Segen zu werden für dieses Haus und für die, die ihm anvertraut sind!

In der zweiten Lesung kommt im Zusammenhang mit den vielen Tugenden und Wertvorstellungen des hl. Paulus auch das Wort „lernen“ vor. Das, was gut ist, muss man und darf man lernen. Paulus spricht vom Lernen am Beispiel seiner Person. Der hl. Benedikt entwirft sein Kloster überhaupt als Schule für den Dienst des Herrn, Prol 45.
Wenn wir vom Lernen hören, dann denken wir wohl zuerst an die Schülerinnen und Schülern unserer Bildungseinrichtungen. Wir haben hier eine große Tradition und es ist klar, dass Schüler viel lernen sollen.
Aber sollen auch Lehrende lernen? Wer sich jetzt gut österreichisch zurücklehnt und sagt, naja nur bis man pragmatisiert ist, wird wohl durch die Realität deutlich eines anderen belehrt. Gerade im letzten Jahr mussten Lehrende auch viel lernen, wenn ich nur an die digitalen Herausforderungen des homeschoolings denke, die einige ordentlich ins Schwitzen brachte. Jede/r erfahrene Pädagoge/in weiß, dass man auch ohne digitale Herausforderung lernen muss - im Menschlichen, im Methodischen und natürlich auch im Inhalt. 
Muss ein Abt auch etwas lernen? Oder weiß und kann der schon alles durch die Wahl und die Weihe? Natürlich bleibt auch er ein Schüler, ein Lernender! Der Lehrer ist Christus und der fordert uns heraus, wenn er uns begegnet in seinem Wort, in den Ereignissen des Lebens, in den Mitbrüdern und den uns anvertrauen Mitmenschen, in den Zeichen der Zeit. Da ist Lernen immer gefragt. 
Benedikt erhebt diese Haltung gar zu einem Gelübde, die Conversatio kann man als Umkehren, Umdenken, ja als lebenslanges Lernen beschreiben.
Und der Hebräerbrief schreibt von Christus, dass er Gehorsam gelernt hat durch sein Leiden. Wenn das von Christus gilt, dann erst recht allen, die ihm folgen. 

Das heutige Evangelium schließlich spricht von der Einheit, dem großen Anliegen des Herrn in seinen Abschiedsreden. In einer Zeit, in der oft die Pointen wichtiger sind als eine Freundschaft, in der der kurzfristige mediale Erfolg der Eigenmarke mehr zählt als das Miteinander, oder gar die Polarisierung auf Kosten des Gemeinwohls und der Vernunft geht, dann ist uns dieses Streben nach Einheit noch mehr aufgetragen.
Die Sorge für die Einheit ist auch ein gewichtiger Teil des Dienstes des Abtes. „Omnes“ kommt oft in der Regel vor - das wissen nicht nur die Schüler der Sr. Michaela - und die Regel ist für Mönche geschrieben, die in Gemeinschaft leben. Dem Abt legt Benedikt das Beispiel des guten Hirten nahe, der verantwortlich für alle sorgt. Und: Er soll der Eigenart vieler dienen RB 2,31 - Das fordert große Väterlichkeit, nachgehende Pastoral, Gesprächsfähigkeit und Liebe. Es ist Dienst der Fußwaschung und der Barmherzigkeit an den Brüdern, der einem Abt ins Stammbuch geschrieben ist!
Nicht dass der eigene Wille zelebriert werden sollte - hier war Benedikt sehr allergisch – nicht, dass die eigene Sichtweise verabsolutiert werden sollte, aber mit den Eigenheiten jedes einzelnen zu leben, sie zu integrieren ist ein wichtiger Dienst, der Unterscheidung benötigt und noch viel mehr Sorge und Mitbrüderlichkeit.
Dabei ist die Einheit, die gesucht wird, nicht mit irgendwelchen Tricks herstellbar. Sie wurzelt nach dem heutigen Evangelium in Gott und kommt von ihm her.
In einer bekannten mittelalterlichen Legende wird deshalb die Einheit der Mönche mit einem Rad beschrieben, bei dem die Speichen immer mehr zusammenlaufen, je näher sie der Mitte kommen. Einheit geschieht, wenn die Mitte gesucht wird.

Liebe Mitchristen!
Wenn die Frage war, was die Klöster richtig gemacht haben: Sie haben auf eine richtige Mitte gesetzt, sie haben die Gottsuche in den Mittelpunkt gestellt, nicht den Nutzen, sondern das Heil, das von Gott kommt.
Je ehrlicher und je glaubwürdiger diese Mitte gesucht wird, desto mehr finden die Menschen zusammen – im Kloster, der Schule, den Pfarren und in allen Gemeinschaften, die sich rund um ein Kloster bilden.

Lieber Abt Nikolaus!
Mit den Schrifttexten des heutigen Tages ist dir gesagt: Sei ein Gesegneter und werde zum Segen für diese große Gemeinschaft. Bleib ein Lernender und setz dich hingabebereit für die Einheit ein!
Das Wort Gottes, das dich trägt und begleitet, sei dir dabei Quelle und Kraft!

Abtpräses Johannes Perkmann OSB








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