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01.12.2020

Pilgern – Atemholen und Kraftschöpfen in der Natur


Gerade in herausfordernden Zeiten, wie wir sie seit Monaten erleben, suchen immer mehr Menschen einen wohltuenden Ausgleich. Wie können wir zur Ruhe kommen, belastende Gedanken hinter uns lassen und Kraft für die nächsten Herausforderungen schöpfen?

Vielen gelingt das ganz wunderbar beim Wandern durch die Natur.
Das Gehen macht den Kopf frei, das Grün der Wälder – oder im nahenden Herbst das bunte Laub: Sie tun unserer Seele gut, und die Bewegung an der frischen Luft stärkt unseren Kreislauf und das Immunsystem. 
Wenn wir dem Wandern noch etwas Besonderes hinzufügen wollen, können wir uns auf einen der vielen schönen Pilgerwege in unserer Umgebung begeben. „Pilgern ist Beten mit den Füßen“, heißt es. Und viele kennen vielleicht den Ausspruch des ehemaligen Innsbrucker Bischofs und begeisterten Bergsteigers Reinhold Stecher: „Viele Wege führen zu Gott, einer geht über die Berge.“

In unserer unmittelbaren Umgebung wartet der Jakobsweg Weinviertel auf unsere betenden Füße: Von Drasenhofen führt er über Poysdorf nach Mistelbach und weiter über „die Berge“ – den Buschberg, Michelberg und Waschberg – nach Stockerau. Von dort geht es über den Wagram nach Krems; und wer zum Abschluss noch einen „Höhepunkt“ im wahrsten Sinne des Wortes sucht, der kann noch ein Stück auf dem österreichischen Jakobsweg bis zum Stift Göttweig gehen.

Durch den Wienerwald und das Mostviertel führt die Via Sacra nach Mariazell. Auf diesem bekannten und traditionsreichen Weg folgen wir der Tradition der Pilger und Wallfahrer, die sich hier schon seit mehr als 800 Jahren auf den Weg zur Mariazeller Gnadenmutter machen. Und wer es gerne sportlicher und höher mag, der kann sich für die Route des Wiener Wallfahrerweges entscheiden, der über das Kieneck und den Unterberg führt.

Ganz gleich welchen Pilgerweg wir wählen: Beim Pilgern zählt nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg selbst – das, was wir erleben und erfahren, wenn wir achtsam durch die Natur gehen. Es geht dabei weniger darum, möglichst schnell am Ziel zu sein, sondern vielmehr darum, den Weg ganz bewusst zu erleben: innezuhalten, um die Wunder der Natur zu bestaunen, um die Kirchen und Kapellen zu besuchen, die uns am Wegrand zur Einkehr einladen und um die Menschen, die uns begegnen, unsere Aufmerksamkeit, ein Lächeln oder ein paar nette Worte zu schenken. Die Fortbewegung in unserem natürlichen Rhythmus, in der Geschwindigkeit, mit der unsere Seele gut schritthalten kann, entschleunigt uns und macht uns offen für Blicke in die Tiefe – in die der Menschen und der Wunder der Schöpfung am Wegesrand genauso wie in die eigene Seele.
Wer ein paar Tage achtsam pilgernd unterwegs ist, wird bemerken, dass er oder sie einen neuen, liebevolleren Blick auf die Umwelt bekommt und Dinge wahrnimmt, die ihm oder ihr bis jetzt verborgen waren. „Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen“, hat J. W. Goethe gesagt. Wer eine Strecke, die er bis jetzt nur aus dem Auto gesehen hat, einmal bewusst zu Fuß geht, wird tatsächlich das Gefühl haben, diese Gegend erst jetzt wirklich kennen gelernt zu haben.

Wer nicht gerne alleine unterwegs ist oder lieber keinen schweren Rucksack auf seinen Schultern trägt, der kann in einer kleinen Gruppe bei einer begleiteten Pilgerwanderung mitgehen. Ein/e Pilgerbegleiter/in sorgt nicht nur für die Organisation von Quartieren und Gepäcktransport, sondern auch für geistliche Impulse und die Förderung eines bereichernden Gedankenaustausches zwischen den Mitpilgern/innen. So kann sich jede und jeder ganz auf die Erfahrung des Pilgerns und der Natur einlassen und mit neuer Kraft in den Alltag zurückkehren.
Text: Christa Englinger




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